Oldenburger Band MVNTIS startet durch

Sie waren schon zweimal im Kliemannsland, haben ihr Bühnendebüt 2017 mit der Indie-Rock-Band Leoniden in der Umbaubar gefeiert und haben mit „Judie“ letzten Monat eine wunderbare neue Single veröffentlicht – und trotzdem hatte ich bis vor ein paar Wochen noch nichts von MVNTIS (/ˈmæntɪs/ ausgesprochen) gehört.

Foto: ©MVNTIS

Doch das soll(te) sich ändern, und zwar nicht nur für mich! Denn ich bin sicher, dass die Musik der fünf Oldenburger vielen von EUCH genauso gut gefallen wird wie mir! (Tipp: klickt gleich mal auf das erste Video hier und lest dann weiter)

Zu Beginn dieses Jahres standen MVNTIS in den Startlöchern und waren bereit, die Festivalbühnen der Region zu erobern und ihre tollen Lieder live zu spielen, das Publikum zum Tanzen zu bringen und über Mund-zu-Mund-Propaganda langsam bekannter zu werden. „2020 sollte unser Jahr werden“, erzählt mir Sänger Samir während des Videodrehs zu „Judie“. „Doch dann kam Corona…“

Die Pläne waren also erstmal geplatzt. Doch für MVNTIS ist das kein Grund, das Handtuch zu werfen. „Wir arbeiten jetzt einfach verstärkt am Album, das wir dieses Jahr gerne rausbringen würden.“ Die Songs dafür haben sie schon letzten Winter aufgenommen. Dass sie sich nicht von Corona haben unterkriegen lassen und trotz allem das Ziel verfolgen, ihre Musik in die (digitale) Welt hinaus zu tragen, lässt sich ganz schön an dem Musikvideo zum Song „No Hugs“ sehen.

Foto: ©MVNTIS

„Wir sind einfach raus ins Oldenburger Umland und haben zu dritt das Video aufgenommen“, berichten sie im Interview. Und es hätte ihnen vielleicht nichts Besseres passieren können. Aus der Not heraus minimalistisch und dennoch (oder gerade deshalb) mit einer schönen Ästhetik, die perfekt zu der eingängigen Melodie von „No Hugs“ passt. Gleich mehrere Leute, denen ich bei Instagram folge, haben das Video im Mai in ihren Stories geteilt, wodurch ich das erste Mal auf die Band aufmerksam wurde.

Nach kurzer Kontaktaufnahme mit MVNTIS durfte ich den neuen Song „Judie“ schon vorab hören und habe bei dem Titel eher eine Ballade erwartet. Ich war überrascht, dass das Lied doch sehr rockig ist. Trotzdem passt es zum Vorgängerlied und hat auf jeden Fall den gleichen Ohrwurmfaktor. Synthesizer, verzerrte Gitarren und Autotune sollen „das Chaos im Kopf“ beschreiben, wenn man von seinen Gefühlen überwältigt wird. Auch im Video zeigt sich das sehr schön am grellen, flackernden Licht, das sich mit dunklen Schatten abwechselt.

Das Video wurde an einem Wochenende Anfang Juli bei CEWE gedreht und als ich dort ankam, begrüßten mich alle super freundlich, stellten sich vor und scherzten die meiste Zeit. Wenn nicht die ganze Technik gewesen wäre, hätte ich denken können, ich würde die Band spontan in ihrem Probenraum besuchen. Von Zeitdruck oder Stress keine Spur!

Und da sie sowieso gerade auf eine Kuhglocke warten mussten (ja, richtig gelesen), hatten die Fünf genug Zeit, meine Fragen zu beantworten. Im lockeren Plauderton erzählten sie mir, dass sie in ihrer Bandgeschichte schon viel Unterstützung erfahren und dankbar dafür sind, so tolle Möglichkeiten gehabt zu haben (Debütauftritt mit der Kieler Band „Leoniden“, professionelle Bandfotos, den Videodreh heute, …). Und der sympathische und positive Ersteindruck sollte sich im weiteren Verlauf unseres Gesprächs noch verstärken.

Ob sie sich als „Newcomer“ mit anderen Bands vergleichen: „Man guckt schon oft nach rechts und links, was die anderen so erreichen und wo sie stehen, aber eigentlich wollen wir für uns das Beste rausholen und sind sehr zufrieden im Moment“, erklärt Bassist Christoph. Schwieriger ist da schon die Frage nach dem musikalischen Stil der Band. „Wir haben alle unsere eigenen Einflüsse und musikalischen Vorbilder“, versucht es der Schlagzeuger Alex zu beschreiben. „Stimmt, es hat schon lange keiner mehr gesagt: Ihr klingt wie …“, fällt Christoph ein.

Die Corona-Zeit haben MVNTIS auch fürs Songwriting genutzt. „Aber genau genommen haben wir schon alle Lieder für ein Album zusammen, die wir nun gerne veröffentlichen wollen“, so Samir. Sehr gut! 😉 Darauf können sich die Fans der Band und die, die es (jetzt) noch werden, nämlich freuen. Die beiden Songs „No Hugs“ und „Judie“ liefern auf jeden Fall schon mal einen guten Vorgeschmack auf das Album und ich bin gespannt auf die nächsten Songs!

Der geplante Festivalsommer 2020 konnte, wie wir alle schmerzlich wissen, zwar nicht stattfinden, aber ein paar Alternativen gab es ja trotzdem. So haben zum Beispiel die Initiatoren von „EinfachKultur“ einen guten Festivalersatz für Oldenburg auf die Beine gestellt, der mehr als ein Trostpflaster ist: eine eigene Kulturreihe im Bahnhofsviertel, vor kleinerem Publikum und mit vielen guten Acts. Und genau dort konnte ich MVNTIS im Juli live erleben und es war wirklich ein toller Abend. Hoffentlich wird es bald wieder mehr davon geben!!

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