Das Schlossmuseum in Jever // Ein Tag in…

Häuptlinge, Zarinnen und ein unglückliches Fräulein – sie alle sind mit der Geschichte des Schlosses in Jever verbunden. Doch bevor man durch die eisernen Eingangstore tritt, weiß man davon noch nichts. Man sieht nur ein – von der Bauweise her – recht eigenwilliges kleines Schlösschen, das nicht unweit der Altstadt von Jever gelegen ist.
Und wahrscheinlich verbindet man das Wort Jever sowieso erstmal nur mit dem gleichnamigen Bier, das hier gebraut wird. Dass die 14.000-Einwohner-Stadt auch historisch interessant sein kann, erschließt sich dem ein oder anderen erst auf den zweiten Blick.

Das Empfangskomitee vor dem Schloss
Wenn man eine Schwäche für Schlösser hat – so wie ich – und gerne durch kronleuchterbehangene Speisesäle und prunkvolle Festsäle wandelt, ist das Jeveraner Schloss ein sehr schönes Ausflugsziel

Und das wussten auch schon andere Oldenburger vor mir:

Ein alter Bekannter zwischen den Gemälden der Schlossherrinnen und -herren: Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg
Peter Friedrich Ludwig, Großherzog von Oldenburg, dem die Stadt und das Schloss nach dem Abzug Napoleons zufielen, war selbst gerne dort, wie die Touristenführerin berichtet.
Somit gehörte Jever also mal zu Oldenburg (wenn das mal kein Grund ist, die Stadt hier auf dem Blog vorzustellen…). Doch das ist nicht die größte Sensation. Vor der französischen Besatzung war Jever sogar russisch und im Besitz von Katharina der Großen. Die deutschstämmige Zarin war nämlich eine direkte Erbin der lange herrschenden Fürstenfamilie Anhalt-Zerbst.
Ein Stück St. Petersburg in Jever: „Russisch-Kaiserliches Postamt“
Wer nach diesen vielen historischen Fakten ein bisschen Zerstreuung sucht, muss das Schloss nicht verlassen, sondern kann einfach die Spielzeug- und die Sonderausstellung besuchen. Beide befinden sich im Dachgeschoss des Schlosses und geben einen Einblick in die jüngere Vergangenheit.
Thema der aktuellen Sonderausstellung ist die Jugendkultur der 60er bis 80er Jahre im Weser-Ems-Gebiet. Dort werden auch einige Klassiker der Oldenburger Disco-Landschaft vorgestellt – die ich natürlich nicht kannte, aber für alle, die diese Zeit hier erlebt haben könnte es ein amüsantes Wiedersehen sein. 
Spielzeugausstellung im Schlossmuseum: In den Schubladen des Kaufmannsladens befinden sich tatsächlich Reis, Zucker und so weiter.
Ein Schokoladenautomat. Wo der wohl mal stand?
Im Schloss gibt es noch viel mehr Ausstellungsstücke und historische Räume zu entdecken (inklusive Turm mit Blick auf die ganze Stadt), doch ich will ja nicht alles vorweg nehmen…
Nach dem Museumsbesuch kann man bei gutem Wetter weiter durch den angrenzenden Schlosspark oder in die nahegelegene Innenstadt von Jever schlendern.
Der „Wüppgalgen“ in der Nähe des Schlosses
Und ihr? Wart ihr schon in Jever? Was gefällt euch an der kleinen friesischen Stadt? Ich freue mich über eure Kommentare!

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